Digitalkamera kaufen

Die digitale Fotografie ist inzwischen längst ihren Kinderschuhen entstiegen. Selbst günstige Kameras bieten heute Leistungen, die noch in den neunziger Jahren nur von analogen Modellen erreichbar waren. Sogar professionelle Fotografen können inzwischen gutes Equipment mit digitaler Technik finden. Bei analogen Kameras wird das Licht, das durch die Linsen im Objektiv gebündelt wurde, auf ein spezielles Filmmaterial geworfen. Dieses Material wird durch das Licht zu chemischen Veränderungen angeregt. Diese Veränderungen müssen durch weitere chemische Stoffe fixiert werden, bevor man sich das Ergebnis anschauen kann. Digitale Fotoapparate bieten den Vorteil, dass die Bilder sofort auf einem kleinen Bildschirm sichtbar werden. Das Licht wird nicht chemisch, sondern elektronisch gespeichert. Auf diese Weise können auch Laien lernen, gute Bilder zu machen. Die Unterschiede zwischen Belichtungszeiten und anderen Einstellungen können sofort begutachtet und miteinander verglichen werden. Die Techniken, um die Bilder in Daten umzuwandeln, sind mit der Zeit auch so gut geworden, dass das menschliche Auge die Ergebnisse von digitaler und analoger Fotografie kaum noch unterscheiden kann.

 

Welche Arten von Digitalkameras existieren?
 
Doch die Unterschiede zwischen den verschiedenen digitalen Systemen sind groß. Von der einfachen Kompaktkamera bis zur hochwertigen Spiegelreflexkamera gibt es zahlreiche Unterschiede zu beachten. Den Laien, der gelegentlich einige Schnappschüsse machen möchte, interessiert dabei vermutlich in erster Linie das Gewicht des Gerätes. Die leichtesten Kameras wiegen gerade einmal fünfzig bis einhundert Gramm und lassen sich ohne Weiteres in der Hosentasche transportieren. Die Spiegelreflexkamera dagegen kann zusammen mit weiteren Objektiven zum Wechseln leicht mehrere Kilogramm wiegen. Dies ist kein Nachteil für einen professionellen Fotografen, doch durchaus hinderlich bei manchen Freizeitaktivitäten.

Für jemanden, der Wert auf gute Bilder legt, ist jedoch das Gewicht und die Größe des Kameragehäuses oft nebensächlich. Hier spielt die Qualität der Bilder eine wesentlich größere Rolle. Schon in der analogen Zeit waren Spiegelreflexkameras von guten Fotografen hochgeschätzt. Hier wird der Blick des Fotografen über einen Spiegel direkt durch das Objektiv gelenkt. Zur Belichtung wird der Spiegel zur Seite geklappt. Das Bild, das aufgenommen wird, entspricht exakt dem Bild, das der Fotograf eingestellt hat. Die manuelle Einstellung von Schärfe und Zoom kann nur auf diese Weise optimal geschehen. Bei Kompaktkameras blickt der Fotograf durch einen Sucher, der vom Objektiv unabhängig ist. Hier muss die Einstellung der Schärfe automatisch erfolgen, da der Fotograf die Einstellung nicht sehen kann. Für einen Laien, der auf der Suche nach Schnappschüssen ist, genügt diese Automatik vollkommen. Auch weil die Fokussierung mit kleinen Tricks vom Zentrum des Bildes abgerückt werden kann.

Für Nutzer mit vielen verschiedenen Bedürfnissen gibt es auch sogenannte Systemkameras, die sich je nach Bedarf umbauen lassen. Auch die Systemkameras können wahlweise mit Spiegelreflextechnik oder mit Messsucher ausgestattet sein. Der Messsucher ist dabei die Sensorkomponente, die die automatische Schärfeneinstellung ermöglicht. Bei einer Systemkamera können, je nach Bedarf, das Objektiv, die Sensoren und andere Komponenten ausgetauscht oder hinzugefügt werden. Die handliche Größe von Kompaktkameras kann jedoch selten erreicht werden.

 

Worauf ist beim Kauf einer Digitalkamera zu achten?
 
Bevor ein Käufer sich für eine Kamera entscheidet, sollte er genau überlegen, welche Anforderungen er an das Gerät stellt. Will er möglichst einfach einige Schnappschüsse aufnehmen oder legt er Wert auf hochwertige Aufnahmen, die vielleicht auch als Poster an der Wand gut aussehen? Auch eine Kamera ohne Zusatzfunktionen kann innerhalb eines gesteckten Rahmens hochwertige Bilder machen. Je vielseitiger die Fotografie aber sein soll desto aufwendiger ist es auch, sich mit den Funktionen der Kamera vertraut zu machen.

Für Schnappschüsse sollte die Kamera über eine möglichst kurze Reaktionszeit verfügen. Viele günstige Kameras haben das Problem, dass vom Moment, indem der Auslöser betätigt wird, bis zur eigentlichen Fotografie zwei bis drei Sekunden vergehen. Sofern man stillstehende Objekte oder Landschaften fotografiert ist dies kein Nachteil, doch bei Schnappschüssen könnte der entscheidende Augenblick in dieser Zeit bereits vergangen sein. Auch die Bildqualität sollte nicht zu gering sein. Die Anzahl der Pixel beschreibt, aus wie vielen Bildpunkten ein Foto besteht. Gerade bei Kompaktkameras, die nicht über einen hochwertigen Zoom verfügen, sollte diese Qualität nicht unterschätzt werden. Wenn sich der Inhalt des Bildes auf das Zentrum beschränkt, ist es gut, wenn man dieses ausschneiden und auf normale Bildgröße vergrößern kann. Bei geringen Pixelzahlen oder zu hohen Bildgrößen wird man aber die einzelnen Bildpunkte erkennen können. Das Bild wird “verpixelt” also unscharf.

Bei Kameras, die über gute Objektive verfügen, kann man häufig auf die höchste Qualitätseinstellung verzichten, um Speicherplatz zu sparen. Hier gilt es, einen Kompromiss zwischen der möglichen Anzahl der Bilder und der späteren Weiterverwendung zu finden. Um ein Poster zu drucken, sollte eine Einstellung von 5 Millionen Pixeln nicht unterschritten werden. Für Fotos im Fotoalbum genügen eine Million Pixel pro Foto vollkommen. Da zusätzliche Speicherkarten durch Gewicht und Größe neben einer Spiegelreflexkamera kaum auffallen, ist eine mittlere oder höhere Einstellung jedoch selten ein Nachteil.

 

In welcher Preisspanne bewegen sich die unterschiedlichen Digitalkameras?
 
Brauchbare Kompaktkameras sind bereits ab etwa 20 Euro zu erlangen. Hier muss man jedoch ohne optischen Zoom und häufig auch mit geringen Bildqualitäten auskommen. Wer die Vorteile des kompakten Kameragehäuses mit bester Bildqualität kombinieren möchte, muss bis zu 600 Euro investieren. Systemkameras oder auch Spiegelreflexkameras kosten in ihrer Grundausstattung ab etwa 250 Euro. Hier kann durch den Zukauf weiterer Objektive und Zusatzteile ein weiterer Kostenfaktor hinzukommen. Bei Systemkameras kann ein hochwertiges Modell mit 16 Megapixeln und hochwertigem Touchdisplay bis zu 1500 Euro kosten. Professionelle Spiegelreflexkameras für weit über 6000 Euro sind ebenfalls erhältlich. Diese Kameras bieten Vorteile, bei denen der Käufer gut überlegen sollte, ob er sie auch nutzen kann. Sehr viele Kameras nutzen als Speichermedium SD-Karten, die universal eingesetzt werden können. Doch gerade die hochwertigen Kameras benötigen Speicherkarten, die eine schnellere Datenverarbeitung ermöglichen. Die Verfügbarkeit dieser Speicherkarten sollte vor dem Kauf ebenfalls überprüft werden.

Auf Internetseiten wie “digitalkamera.de” oder bei der Stiftung Warentest werden regelmäßig verschiedene Digitalkameras getestet und miteinander verglichen. Hier werden die verschiedenen Funktionen getrennt beschrieben und bewertet. Der Kaufinteressent kann sich somit ein objektives Bild über die Versprechen der Hersteller machen. Unter den Herstellern der Kameras finden sich Firmen wie Fujifilm, die schon in der analogen Fotografie einen guten Namen hatten oder Canon, die mit Druckern bereits für die private Bildbearbeitung bekannt wurde. Aber auch alte Größen der Kamerahersteller wie Pentax oder Nikon sind in der Welt der digitalen Fotografie zu finden.